Im Nebel

Ein Tag, wie ihn oft der November schreibt. Kalt? Ja, aber auch nicht so kalt. Eher mild? Sicher nicht. Auf jeden Fall unangenehm. Und wunderschön. Wie er so da liegt in seinem Grau. Aber eben nicht nur Grau. Es ist dieses spezielle Norddeutsche-Küsten-November-Grau. Naß, Klamm, Kalt, Rheumatisch. Es ist Zeit raus zu gehen und diesen Moment zu erfahren, zu geniessen. Diesen Moment wo die Umgebung ihr Antlitz ändert. Für ein paar Stunden oder auch nur wenige Minuten.
Der Nebel weicht alle Linien auf, daut den Raum an, nimmt ihm die Farben. Geräusche klingen anders, wirken näher, oder werden anders verortet. Die Sinne müssen sich umstellen und sich anpassen an die veränderten Gegebenheiten. Durch die Schattenlosigkeit verändern die Dinge auch den Bezug untereiander. Vieles wirkt bereits zweidimesnional bevor es zur Fotografie wird. Äste werden zu Adern eines nahezu undurchdringlichen Organismus. Man wird Teil einer anderen Realität. Man beginnt anders zu zu fühlen.
Man beginnt anders zu sehen.Und am Ende ist man umgeben von einer unwirklichen Wirklichkeit, die einen schon nach kurzer Zeit kaum mehr erinnern lässt, wie es unter „normalen“ Bedingungen aussieht. Eine Welt in der Welt, die sich nur selten zeigt.
Manchmal im November.