re:connect (2009)

re:connect (Villa v. Issendorf, Himmelpforten, 2009)

Laudatio der  Ausstellung „re:connect“ (Laudator: Bernhard Kohlhepp)
Im Laufe der gut 160 jährigen Geschichte der Fotografie entstanden Bildkonzepte, die das Foto unterschiedlich als authentisches Dokument, Momentaufnahme oder hochstilisiertes Kunstbild sahen. Heute, in einem Zeitalter der Bildüberflutung, in einer Zeit in der des mehrere Digitalkflyer2ameras in einer Familie gibt und in der man sogar mit einem Telefon auch fotografieren kann, pendelt die künstlerische Fotografie zwischen den Polen der Inszenierung und der Betonung des Zufälligen. Das die Fotografie sich fest im Kunstbetrieb etabliert hat ist nicht mehr zu übersehen, Auch hier in Deutschland und da fallen mir spontan Hilla und Bernd Becher ein. Übrigens auch ein Ehepaar, das gemeinsam künstlerisch arbeitet. Nicht zuletzt Woifgang Tillmans, der als erster Fotokünstler 2000 den renommierten Turner-Preis erhielt.
Fotografie

bewegt sich als alltägliches wie künstlerisches Medium immer in der Spanne von Informationen und Ästhetik, Dokumentarischen und Stilisiertem.”
Den Schwerpunkt der gezeigten Arbeiten von Marco Rosenkranz bilden Fotografien, die sich mit dem Thema Raum beschäftigen. Verlassene Gebäude, menschenleere Landschaften oder auch makroskopische Einblicke ermöglicht den Betrachtern den sie umgebenen Raum in seinen unterschiedlichen Dimensionen als emotionalen Zustand zu erfahren.„Meine Fotografien”, sagt Marco Rosenkranz, “führen zu der Fragestellung: sind wir verbunden mit dem uns umgebenden Raum oder sind wir getrennt, fühlen wir uns getrennt als Fremdkörper im Raum”.
Marco Rosenkranz’ Fotografien regen an, verblüffen, verzaubern oder verstören. Sie fordern einen zweiten oder dritten Blick, ein Einlassen, das sich dem gewohnheitsmäßigen, flüchtigen Konsum visueller Eindrücke entgegenstellt. Marco Rosenkranz gibt uns in seinem „Bild-Räumen” keinen Abklatsch einer sichtbaren Welt. Er macht seine persönliche, tief im Inneren verborgene Weltvorstellung sichtbar. In seiner Verarbeitung seiner-Weltwirklichkeit legt er sein Denken und Fühlen, seine Ängste und Hoffnungen, seine Wünsche und Träume und damit seine ganze Persönlichkeit.SONY DSC
Und alle diese Dinge und auch Ihre ganze Persönlichkeit müssen Sie, liebe Anwesende einbringen, um mit seinen „Bild-Räumen” in Kommunikation zu treten.
Da Persönlichkeit sehr individuell ist, kommt jeder zu seinem individuellen Bedeutungsergebnis bei der Suche nach der in den „Bild-Räumen” verborgenen Welt. Kunst ist Kunst, wenn sie mit Althergebrachtem, mit Tabus bricht, wenn sie nicht dekorativ, brav, gemütlich oder von gestern sein will, Sie würde sonst zum Einrichtungsgegenstand degradiert und damit belanglos werden.
Wie sagte der Künstlerkollege PICABIA „ Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann”. Ich wünsche Ihnen allen einen spannenden und intensiven Dialog mit den Werken!

 

 

 

 

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